Von Karlheinz Reimann, geschrieben im Januar 2023.

Als ich im Herbst 1963 als Hochschulabsolvent meine Arbeit im VEB Elektronische Rechenmaschinen (später Robotron) in Karl-Marx-Stadt begann, geriet ich sofort in den Aufwind der Entwicklung von R300, der ersten EDVA der DDR mit kompletter Peripherie, bestehend aus  Lochkartenstanz- und Leseeinheit, Schnelldrucker und Magnetbandgeräten. Marktanalyse und  Systemkonzeption der Zentraleinheit hatte federführend  Rolf Kutschbach erarbeitet. Leistung, Geschwindigkeit und Speichergröße waren damals noch sehr bescheiden und lagen vergleichsweise zwischen der von IBM 1401 und IBM 1410. 

Bedienkonsole

Bedieneinheit der EDVA  R300. Dahinter aus Frankreich importierte Magnetandgeräte mit Schwinghebelmechanismus, die kurz danach durch Geräte von Zeiss Jena mit Vakuumschacht abgelöst wurden.     (Bild: Karlheinz Reimann)

 

LSE

Lochkartenstanz- und Leseeinheit der R300     (Bild: Karlheinz Reimann)

 

Drucker

Schnelldrucker der R300, mit Karlheinz Reimann (links) und Projektleiter Günter Laskowski (rechts)      (Bild: Karlheinz Reimann)

 

Meine ersten Arbeiten waren Entwicklungen zur Leistungselektronik für den Schnelldrucker, dessen  Konstruktion und Mechanik vom Büromaschinenwerk Sömmerda kam. Die leicht gewellte Druckzeile, weil mit einer rotierenden Typenwalze durch sehr kleine Zeittoleranzen nicht alle Typen einer Zeile genau auf gleicher Höhe gedruckt wurden, war mein „Verbrechen“, das sich auch auf den Kontoauszügen der Sparkasse Karl-Marx-Stadt bis Anfang der 1990er Jahre erhalten hat. Aber tröstlich  war, die Ingenieure von Siemens, deren Schnelldrucker uns in der DDR als Vorbild diente, hatten  dieses Problem auch nicht besser lösen können.

Die Entwicklung der EDVA R300 erfolgte unter dem Embargo des Westens. Die Produktion von über 300 Anlagen in Dresden und Bereitstellung für die Wirtschaft der DDR und den Export war damals ein Meilenstein. Erstmals waren in dieser Anlage auch neuentwickelte Fertigungstechnologien wie vergoldete Steckkontakte, gewickelte Rückverdrahtung (wire wrap) und Flachbandkabel zum Einsatz gekommen. Damit funktionierte die R300 sehr zuverlässig und erwarb sich bald einen Ruf nach dem bekannten Slogan des  legendären VW Käfer „sie läuft und läuft und läuft“ - mancherorts sogar noch nach der Wende.

Im September 1966 wurde die R300 auf der „Interorgtechnika“ in Moskau erstmals im Ausland präsentiert. Für den Transport unserer Geräte ist zum ersten Mal eine sowjetische AN-22 mit ihren großen Ladeluken in Dresden gelandet. Obwohl erst drei Jahre bei Robotron, durfte ich zur technischen Betreuung unseres Schnelldruckers  in Moskau dabei sein und habe zwei Monate im Hotel „Ostankino“ in der Nähe des Moskauer Fernsehturmes gewohnt.  Das eigenständige Leben dort hat meine Russischkenntnisse sehr befördert. Die Anreise erfolgte Mitte Juli über zwei Tage mit dem Zug, ein zeitaufwändiges Gezuckel durch Polen mit den vielen "Handtuchfeldern". In Brest dann die Umstellung auf russische Breitspur. Mit einer Doppellok amerikanischer Bauart ging es stundenlang ohne Halt mit Tempo 130 durch die schier unendliche  Weite einer unbebauten Landschaft, ab und zu unterbrochen durch kleine Wälder. Stundenlang schaute ich aus dem Fenster mit Gedanken an den Krieg. Hätten doch die deutschen Militärs vorher auch so eine Reise als Tourist durch das Land machen sollen, um die Größe Russlands bis Moskau oder Stalingrad besser zu realisieren als am Kartentisch! Dabei liegt Moskau ziemlich weit im Westen dieses riesigen Landes. Die ersehnte Rückreise Anfang Oktober von Moskau nach Berlin in reichlich zwei Stunden war der erste Flug in meinem Leben. Die Ausstellung auf der "Interorgtechnika" war ein großer  Erfolg. Wir fanden großes Interesse und hatten viele Besucher, auch aus westlichen Ländern. Ingenieure von Siemens, die mit ihrer EDVA Siemens 2002 benachbart auf der Ausstellung waren, staunten über die R300 und einer sagte zu mir: „Mensch, das hätten wir euch nicht zugetraut“.

Eines Tages hieß es plötzlich, morgen bekommen wir hohen Besuch: Leonid Breschnew und Walter Ulbricht besuchen die Messe. Ich hatte am Vormittag keinen Einsatz, war natürlich zum Fotografieren zugegen, als Walter Ulbricht sich von Günter Bezold (siehe auch „In memoriam Belz“) die R300 und dabei auch „meinen“ Schnelldrucker erläutern ließ. Als junger Diplomingenieur war ich schon stolz, eine solche Anerkennung unserer Arbeit zu erleben. Am Schluss trug Walter Ulbricht eine Würdigung in unser Tagebuch auf dem Stand ein und mich hinderte niemand, ihn dabei aus zwei Meter Entfernung zu fotografieren. Erst als er den Stand verlassen wollte, hielt mich ein "eiserner" Arm fest, um Walter Ulbricht den Weg freizuhalten. Spätestens da war mir klar, hier sind auch Sicherheitsleute zugegen. Anschließend hatte ich Gelegenheit, die Eintragung von Walter Ulbricht in unseremTagebuch zu fotografieren.

Walter Ulbricht am Drucker

Günter Bezold erläutert dem DDR-Regierungschef Walter Ulbricht den Schnelldrucker der R300   (Bild: Karlheinz Reimann) 

 

Walter Ulbricht auf unserem Stand

Walter Ulbricht trägt eine Würdigung zur Präsentation der R300 in unser Tagebuch ein      (Bild:Karlheinz Reimann)

Eintragung ins Tagebuch

Bei der Eintragung in unser Tagebuch ist Walter Ulbricht ein kleiner Schreibfehler unterlaufen und das Tagebuch wurde ein Staatsgeheimnis der DDR.                      (Bild: Karlheinz Reimann)

Walter Ulbricht war allein auf unseren Stand gekommen und war - wie später durchgesickert ist - über  Breschnew ziemlich verärgert. Offensichtlich wegen der neuen Technologien in unserer R300, über die sowjetische Geräte noch nicht verfügten, wollte Breschnew unsere Anlage in Moskau behalten. Aber Walter Ulbricht soll darauf bestanden haben: Zuerst für das eigene Land! Wir hatten zu dieser Zeit nur zwei Funktionsmuster, die für den Anlauf der Produktion unentbehrlich waren. So war Ulbricht einen halben Vormittag mit Breschnew bei für die Sowjetunion interessanten Firmen aus dem Westen mitgelaufen, um Breschnew anschließend die R300 der DDR zu präsentieren. Daran war Breschnew aber nicht mehr interessiert und hatte sich mit Termingründen plötzlich verabschiedet.

Am nächsten Tag war unser Tagebuch auf dem Stand verschwunden und ist auch niemals wieder aufgetaucht. Bei näherer Betrachtung erkannte ich den Grund: Walter Ulbricht war bei dem Wort „Ingeneure“ ein Schreibfehler unterlaufen. Zum Schutz seines Ansehens hatte die Stasi das Tagebuch konfisziert. Von nun an war ich der Einzige, der dieses Wissen besitzt. Ich habe das Foto bis jetzt fast 60 Jahre genauso verborgen gehalten wie einst die Stasi. Respekt vor der Persönlichkeit, dem Alter und Dankbarkeit für ein finanziell sorgenfreies Studium haben mich ohne jeden Zweifel veranlasst, so zu handeln. Auch wenn ich seine Entscheidung 1961 zum Bau der Mauer, von der unsere Familie direkt betroffen war, und manches  andere nicht akzeptieren konnte. Auch wenn mir später vom West-Besuch erzählt wurde, was eine West-Zeitung vielleicht für diesen Lapsus von Walter Ulbricht gezahlt hätte. Heute, nach so langer Zeit, kann ich das unbeschadet preisgeben. Es ist nur noch eine amüsante Episode am Rand eines wesentlicheren Geschehens. Und auch weil damals mein Foto der Stasi „durch die Lappen" gegangen ist.

 

von Karlheinz Reimann, überarbeitet im Januar 2021

Einige Erinnerungen an die Bombardierungen von Chemnitz, die ich mit sechs Jahren erlebt habe, sind mir zeitlebens im Gedächtnis geblieben. Sie haben mich später veranlasst, über die Zerstörung der Stadt zu recherchieren und dies für Nachgeborene aufzuschreiben in der Hoffnung, dass sich eine solche Tragödie niemals wiederholt.

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Januar 2020,
anlässlich der Zerstörung von Chemnitz in diesen Wochen vor 75 Jahren.

 

Ein Spaziergang durch das "alte" Chemnitz

Kommen Sie doch mal mit auf einen Rundgang in Bildern durch das alte Chemnitz der 1930ger Jahre! Die Bilder hat mir freundlicherweise Ingrid Götzmann in Heidelberg aus dem Nachlass ihres Vaters Roland Seifert aus Chemnitz überlassen, nachdem sie im Januar 2019 auf die "Chemnitzer Geschichten" gestoßen ist. Dafür möchte ich ihr herzlich danken. Dank gebührt auch meinem Sohn Andreas, der die kleinen Schwarz-Weiß-Fotos im Format 6,5 mal 10 Zentimeter mittels Bildbearbeitung "aufgehübscht" hat. Die 80 bis 90 Jahre alten Aufnahmen stammen offensichtlich aus der Spezial-Fotohandlung Fuchs auf der Sonnenstraße  in Chemnitz/Karl-Marx-Stadt (1). Diese Bilder sind  in vielfältiger Form verkauft und verbreitet worden, auch ich hatte sie nach dem Krieg bei Foto-Fuchs als Dia-Film "Unsere Vaterstadt Chemnitz" erworben. Durch diese Bilder haben bei mir verblasste Erinnerungen aus meiner Kindheit auf der Beethovenstraße, als ich häufig an der Hand von Mutter oder Großmutter durch die Stadt  geführt wurde, wieder schärfere Konturen erhalten. Manch älterer Chemnitzerin oder älterem Chemnitzer wird es beim Anblick der Bilder ähnlich ergehen. Angeregte Diskussionen wird es geben, wo denn nun was gestanden hat und wo welche Läden, Geschäfte, Gewerbe, Cafès, Kneipen, Gaststätten, Hotels, Kinos und Nobelsalons  waren ... und was es da zu kaufen oder zu essen gab. Für mich als fünfjähriger Junge gab es 1944 zuweilen am Vormittag beim  Kießling-Fleischer gegenüber des Eingangs zur Jacobikirche eine Tasse Fleischbrühe und ein kleines Brötchen ... ich weiß heute gar nicht,  wie und ob das im Krieg mit dem Brötchen  ohne Brotmarke der Lebensmittelkarte gegangen ist?

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Januar 2018

Die Geschichte Preußens und des Deutschen Reiches ist auch eine Geschichte von Kriegen, die zu immer furchtbareren Katastrophen für die Menschen und immer größeren Zerstörungen in den betroffenen Ländern geführt haben. Der über Jahre erstarrte Frontverlauf im Ersten Weltkrieg führte zur Herausbildung der westlichen Militärstrategie im Zweiten Weltkrieg. Hieraus entstanden die Pläne  zur Zerstörung von 70 deutschen Städten, darunter auch Chemnitz,  mit vielen getöteten Zivilisten in der Heimat. Der erste Weltkrieg brach auch aus, weil die Entscheidungsträger das Ausmaß der möglichen Zerstörungen offensichtlich nicht mehr überschauen konnten. Dabei hätten sich, wie Historiker heute meinen, Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II.  - die Cousins "Willy" und "Nicky" - auch gegen den Krieg entscheiden können.

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Februar 2007, zuletzt aktualisiert im August 2021

Nach Recherchen von Uwe Fiedler in britischen Militärarchiven taucht Chemnitz erstmals im September 1941 auf einer Liste von 43 deutschen Großstädten auf, die als Ziele für schwere Luftangriffen vorgesehen sind. (1) Bereits im Oktober und November 1941 fotografierten britische Flugzeuge aus 10.000 Metern Höhe das Stadtgebiet zur weiteren Luftaufklärung und Angriffsplanung. Chemnitz, das „Sächsische Manchester“, erschien wegen der hohen Bevölkerungsdichte, der konzentrierten Hochbauzonen im Stadtzentrum und der engen Verflechtung von Fabriken und Wohnungen der Arbeiter als attraktives Ziel für schwere Bombenangriffe. Die militärische Strategie der westlichen Alliierten im Zweiten Weltkrieg hatte im Verlauf des Krieges immer mehr zum Ziel, nicht nur  Industrie- und Verkehrsobjekte wegen  ihrer militärischen Bedeutung im Hinterland des Feindes zu zerstören, sondern auch die dazu erforderlichen Arbeits- und Verwaltungskräfte zu eliminieren oder durch Zerstörung ihrer Wohnstätten (dehousing) und Demoralisierung ihre Einsatzfähigkeit auszuschalten. So war die Zerstörung umfangreicher Wohngebiete mit vielen Toten der Zivilbevölkerung - wie im Juni 1943 in Hamburg mit 34.000 Toten in wenigen Tagen oder im Februar 1945 in Dresden mit mindestens 25.000 Toten -  nicht nur ein hingenommener Kollateralschaden, sondern offensichtlich eine vorgesehene Zielstellung. Aber Chemnitz lag zu dieser Zeit noch weit außerhalb der Reichweite von Flugzeugen der Alliierten, die nach Osten und Süden ungefähr durch eine Linie Kiel–Hannover–Kassel--Mannheim begrenzt war. Das änderte sich jedoch 1944 und besonders im Frühjahr 1945 auch für Chemnitz in dramatischer Weise, nachdem die USA, England und Kanada seit 1943 zunehmend ihre Luftflotten durch schwere viermotorische Bomber  aufgerüstet hatten und vor allem Engländer und Kandier auch in Flugzeugen über eine hochentwickelte Radartechnik verfügten, die Angriffe bei Nacht und wolkenverhangenem Himmel mit guter Zielgenauigkeit möglich machte.

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Februar 2016  (autorisiert von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf)

Die Errichtung des Freistaates Sachsen, der Aufbau demokratischer, rechtsstaatlicher Strukturen, die ökologische und wirtschafliche Entwicklung des neuen Bundeslandes nach dem Ende der DDR liegen nun ein Vierteljahrhundert zurück. In historischen Zeiträumen nur ein Wimpernschlag, aber gemessen an der Lebenserwartung eines Menschen etwa ein Drittel seines Lebens. Da erscheinen heute Ereignisse und Situationen von 1990 wie aus einem fernen Land und zeigen die enorme Wegstrecke, die seitdem zurückgelegt worden ist. 

„Als im Herbst 1989 die Mauer fiel, war dies vor allem dem Mut der Menschen in der DDR zu verdanken. Zugleich wurde aber auch schmerzlich klar, wie wenig die westdeutsche politische Klasse von den Verhältnissen in der DDR wusste“, resümiert Kurt Biedenkopf in seinem Tagebuch (1). Seine Aufzeichnungen, beginnend im Sommer 1989, beschreiben Aufbruch, Umbruch und Demokratisierung in der DDR, die Vereinigung des geteilten Landes, eine Zeit ungeheurer Dynamik und Veränderung, die der Politiker beobachtet, analysiert und später mitgestaltet hat.

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Oktober 2004 für

"Chemnitzer Erinnerungen 1945" Teil III, Die Vororte der Stadt Chemnitz,
herausgegeben von Gabriele Viertel, Uwe Fiedler, Gert Richter
Verlag Heimatland Sachsen Chemnitz 2005
Kleinolbersdorf-Altenhain Seite 106 ff.

Johannes Schlüter aus Chemnitz, damals Flugzeugführer der deutschen Luftwaffe, erzählt seine Erinnerungen an den 14. Februar 1945, als er im Chemnitzer Zeisigwald den ersten Abendangriff beobachtete. Von der zweiten und dritten Angriffswelle an diesem Abend  konnte er vom  Zeisigwald aus nur wenig wahrnehmen, das Geschehen hatte sich mehr zum Erzgebirge hin verlagert.

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Oktober 2004 für

"Chemnitzer Erinnerungen 1945"   Teil III,  Die Vororte der Stadt Chemnitz,
Herausgegeben von Gabriele Viertel, Uwe Fiedler, Gert Richter
Verlag Heimatland Sachsen Chemnitz 2005
Kleinolbersdorf-Altenhain, Seite 101 ff.

überarbeitet im September 2014

Gegen Ende des Krieges 1945 waren die beiden Dörfer Altenhain mit 540 Einwohnern und Kleinolbersdorf mit 803 Einwohnern (1) eigenständige Ortschaften, jede mit eigenem Bürgermeister, eigener Schule und eigener Freiwilliger Feuerwehr. Aber beide waren seit jeher miteinander verbunden als eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit der Dorfkirche in Kleinolbersdorf. (2) Die Reihendörfer wurden hauptsächlich geprägt durch die jahrhundertealten Bauernhöfe und dazwischen liegenden Siedlerhäuser, die dörflichen Handwerksbetriebe und nur sehr wenige fabrikmäßige Fertigungsstätten. In Kleinolbersdorf hat Bürgermeister Ebert seit Ende der zwanziger Jahre mit dem Bau der Siedlung Gartenstadt (3) ein bevorzugtes Wohngebiet vorangetrieben, während in Altenhain vorwiegend an der Zschopauer Straße in der Nähe des historischen Gasthofes Goldener Hahn einige mondäne Häuser und Villen entstanden sind. Kleinolbersdorf war vielen Chemnitzern durch die beliebten Ausflugsgaststätten Adelsbergturm und Sternmühle bekannt geworden. 1974 wurden beide Dörfer verwaltungsmäßig zur Gemeinde Kleinolbersdorf-Altenhain zusammengeführt. (4)

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Professor Rolf Lieberknecht im Gespräch mit Karlheinz Reimann über seine Chemnitzer Unternehmerfamilie und ein heute denkmalgeschütztes Haus.

Geschrieben im September 1995, überarbeitet im August 2014

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Mitteldeutschland mit Sachsen, Thüringen und Sachsenanhalt die industriell am modernsten entwickelte Region Deutschlands. Die sowjetische Besatzungszone hatte 488.000 Betriebe mit 3,6 Millionen Beschäftigten, für damalige Verhältnisse ein sehr fortgeschrittener Rationalisierungsgrad, besser als jede der drei Westzonen. Hier befanden sich Autofirmen wie Autounion in Chemnitz, BMW in Eisenach und das hochmoderne Opelwerk in Brandenburg mit vielen Zulieferbetrieben, die weltweit modernsten Zweige der Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik, Chemie, Pharmazie, Film- und Kunststoffproduktion, Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Glas-, Keramik- und Möbelindustrie mit leistungsstarken Mittelstandsbetrieben und vielen kreativen Unternehmern. Obwohl durch Bomben am Ende des Krieges und die umfangreiche sowjetische Demontage verheerende Schäden entstanden sind, wären durch die günstigen Voraussetzungen die Lücken im Osten unter westlichen Verhältnissen schneller geschlossen worden als in den Westzonen, meint Günter Schabowski. Aber Hundertausende Unternehmer wurden in den folgenden Jahren enteignet und systematisch vertrieben (wie hier die sächsische Unternehmerfamilie Lieberknecht, K.R.) und die Betriebe sozialistischer Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild unterworfen (1). 

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von Karlheinz Reimann,

geschrieben 1995, überarbeitet im Februar 2014 

Johannes Ebert K

Johannes Ebert hat als Bürgermeister die Ortschaft Kleinolbersdorf mit seinen Visionen und durch sein engagiertes Wirken in herausragender Weise geprägt. Unter seiner Führung wurde die Siedlung Gartenstadt geplant und mit ihrem Bau begonnen. Er hat eine moderne Infrastruktur für das Dorf angestrebt und diese teilweise zum Ausbau gebracht. Selbst ein kleines Gewerbegebiet vor Roschers Gut hatte er vor Augen. Aber durch seine unbeugsame demokratische Überzeugung ist er zweimal politisch gescheitert: 1933 an den Nationalsozialisten und 1948 an den Kommunisten.

                           Johannes Ebert 1952 (Bild: Tochter
                           Brigitte Voigtmann)

                                   

                                                                                                    

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